Teil 3

1. Mai 2011 - 25. Juli 2011

1. Mai 2011
Beim heutigen Storchennester - Check konnte ich wie folgt feststellen:

  • Auf dem Schornsteinnest mit Pauline + Paul wird gehudert,  
  • auf dem Ederhorst mit Jule + Georg wird gehudert,
  • auf dem Spänebunker mit Felix + Feline wird gebrütet,
  • auf der kath. Kirche mit Maria + Josef wird noch nicht gebrütet. ( dürfte aber nicht mehr allzu lange dauern)


04. Mai 2011
Auf der kath. Kirche mit dem Storchenpärchen Maria + Josef wird es wohl doch zu keiner Brut kommen.
Immer wieder werden sie in den letzten Tagen von zwei vagabundierenden Weißstörchen angegriffen. Falls sie evtl. doch schon Eier gelegt haben sollten, könnten diese natürlich bei den Kämpfen kaputt gegangen sein.
Aber, meine Vermutung ist, dass das Storchenmännchen Josef noch nicht das richtige Alter zum Brüten hat.

 

Meine Vermutung hat sich nun bestätigt.
Wie ich erst jetzt von der Beringungszentrale erfahren habe, ist das Storchenmännchen Josef 
DEH H 9450 im Jahr 2009 in Leimbach / Thüringen geboren und beringt worden.
Daher ist er mit zwei Jahren doch noch sehr jung, um Vater zu werden.

06. Mai 2011
Ich habe soeben mit ansehen müssen, wie unser Storchenmännchen Paul auf unserem Schornsteinnest einer seiner Küken verspeist hat. Es war schon relativ groß. Ob es noch gelebt hat, konnte ich nicht sehen.
Sch... Wetter. Es ist einfach viel zu trocken. Hoffentlich entsorgt er nicht alle. Ich wünschen den restlichen Storchenjungen jetzt ganz besonders viel Glück für ein gutes Wachstum und ein hoffentlich gesundes Ausfliegen!

07. Mai 2011
Wie ich am 6. Mai berichtete konnte ich beobachten, wie das Storchenmännchen Paul eines seiner Küken verschlang.
Danach war ich wie in jedem Jahr erst einmal aus menschlicher Sicht geschockt und traurig, obwohl es aus Sicht der Störche ganz “NORMAL“ ist.
Aber heute Morgen wollten mein Mann und ich dann doch gern wissen, wie viel Küken sich noch in dem Nest befinden.
Also stiegen wir auf den in ca. 300 Meter entfernten Schornstein der Zuckerfabrik, um in das Nest sehen zu können. Auf dem Nest befanden sich um 11:00 Uhr früh, das Storchenmännchen Paul und vier Küken.
Mit Freude konnten wir sehen, dass alle vier Jungstörche recht munter waren.
Heute Nachmittag dann, um 15:00 Uhr stocherte wieder das Storchenmännchen Paul in der Mitte des Nestes herum. Dann hob er erneut ein Küken hoch und verschlang es. Fünf Minuten später ein Weiteres.
Hoffentlich bekommen Paul + Pauline die zwei übriggebliebenen Küken, bei der noch weiter anhaltenden Trockenheit groß.

09.Mai 2011
Normalerweise sollten die Waberner Störche ja ideale Bedingungen zum Großwerden haben, da die Nester trocken bleiben, wenn da nicht die Sache mit dem Futter wäre. Letzte Woche war fast überall das Gras hoch gewachsen und es gab kaum noch Chancen für Störche, darin Nahrung zu finden.
Da aber in den letzten zwei Tagen glücklicherweise einige Wiesen gemäht wurden und die Landwirte nicht erst am 15. Juni damit beginnen, hat sich die Situation etwas entspannt.
Die Storcheneltern haben es nun doch etwas leichter Futter zu finden. Vor allem in den frühen Morgenstunden.
Optimal wäre natürlich, wenn die eine oder andere Wiesenfläche bewässert würde (evtl. Schwalmwasser), denn ohne diese Maßnahme, werden bei der anhaltenden Hitze, unsere Störche in den trockenen Böden wohl kaum genug Nahrung finden.
Eine kleine Chance haben wir laut Wettervorhersage. Es soll spätestens am Donnerstag einmal nass werden.

 

Blick von der Zuckerfabrik zum Schornsteinnest. Rechts im Hintergrund der Horst Riedinger.  Foto: Ulrike Mose
Blick von der Zuckerfabrik zum Schornsteinnest. Rechts im Hintergrund der Horst Riedinger. Foto: Ulrike Mose

25. Mai 2011
Heute Früh sind unsere Jungstörche Lena + Luca das erste Mal im Alter von etwa 25 - 30 Tagen kurz allein gelassen worden. Inzwischen sind sie wohl groß genug und benötigen daher nicht mehr den ständigen Schutz von den Eltern Paul + Pauline.
Da der Futterbedarf der zwei Jungstörchen weiter anwächst, müssen die Altstörche nun gemeinsam ausfliegen, um den Hunger von Lena + Luca stillen zu können.

Lena + Luca allein zu Haus.    Foto: Ulrike Mose
Lena + Luca allein zu Haus. Foto: Ulrike Mose

27. Juni 2011
Nach einer Woche bangen um eines unserer Jungstörche, möchte ich heute kurz über die beiden Minis berichten.
Vor genau einer Woche konnte ich beobachten, wie einer der Jungstörche mit einem schwarzen Gummiring spielte und ihn anschließend verschluckte.
Da die Gummis eine Gefahr für Störche und andere Vögel sind, mussten wir mit dem Schlimmsten rechnen und haben die Beiden nun noch intensiver beobachtet.
Bis heute sieht noch alles gut aus und wir konnten keine negativen Veränderungen feststellen. Das Verhalten der Jungstörche, die Nahrungsaufnahme, sowie das Koten war die ganze Woche über in Ordnung.
Ich gehe mal einfach davon aus, dass der Jungstorch durchkommt, wenn er das Gummi(Gewölle) nicht sogar ausgespuckt hat.
Beide Jungstörche Lena + Luca haben sich prächtig entwickelt und werden in dieser Woche mit Sicherheit ihren ersten Flug absolvieren.
Endlich wurde nun auch der neue Ausweichhorst von der Storchendame Pauline angenommen.
Das Storchenmännchen Paul zieht noch immer einen Masten der Bundesbahn vor, um die Minis Lena + Luca zu beobachten.
Alles wird GUT!!

06. Juli 2011
Gestern wurden nun auch die Wiesen in unmittelbarer Nähe vom Schornsteinnest der Storchenfamilie Pauline, Paul, Lena und Luca, gemäht.
Die zwei Jungstörche heben zwar schon sehr hoch ab, trauen sich aber immer noch nicht zu, ihr Nest das erste Mal zu verlassen.
Nun durfte dem Jungfernflug nichts mehr im Wege stehen. Gutes Wetter, gemähte Wiesen, sowie genügend Kraft in den Flügeln.
Auf geht’s und viel Glück!!

7. Juli 2011
Nach ca. 72 Tagen ist es nun soweit!!
Heute Morgen nun, um genau 7:00 Uhr, konnte ich den Jungfernflug vom Jungstorch Luca beobachten.
Nachdem er drei bis viermal großzügig um den Schornstein kreiste, verließen ihn die Kräfte und er landete auf unserem Wohnhaus unterhalb des Schornsteines.
Sein Storchenvater Paul hielt sich zu dieser Zeit auf dem Bahnmasten auf und beobachtete interessiert den ersten Flug seines Kleinen.
Nach ca. 10 Minuten wurde wieder durchgestartet und nach mehreren Umrundungen des Schornsteines wieder sicher auf dem Nest gelandet, wo Jungstorch Lena auf ihn wartete.

Aufgrund meiner Beobachtungen wurde vor ca.72 Tagen das erste Mal gefüttert und somit musste an diesem Tag auch das erste Küken geschlüpft sein.
Demnach sind wahrscheinlich die Erstgeschlüpften Küken wieder gefressen worden, was aber eigentlich ungewöhnlich ist. Vielleicht aber waren Lena + Luca doch nur zu faul und haben den ersten Flug etwas hinausgezögert.

Soeben ( 13:20 Uhr ) hatten die Störche Pauline und ihre Jungstörche Lena + Luca vom Schornsteinnest Besuch von den Ederstörchen. Die Altstörchin Jule von der Eder und zwei ihrer drei Jungstörche, haben wohl auch ihren ersten oder zweiten Ausflug gemacht.
Ich freue mich schon auf den Moment, wenn alle sieben Jungstörche über Wabern ihre Runden drehen werden.

07. Juli 2011

Heute hat es sich gelohnt, sich Zeit zu nehmen, um unsere Störche zu beobachten.
“Unser“ zweiter Jungstorch Lena vom Schreinereischornstein hat seinen Jungfernflug erfolgreich absolviert.
Zusammen mit seinem Geschwisterchen Luca ist er um 17:45 Uhr drei Runden um den Schornstein geflogen und wieder gut im Nest gelandet.
Die Storcheneltern Pauline + Paul standen zu diesem Zeitpunkt beide auf den Bahnmasten und beobachteten das Schauspiel.
Nun haben sich beide Jungstörche am gleichen Tag getraut.
TOLL!!

25. Juli 2011
Wir überzeugen uns jeden Abend ob die Storchenfamilie vom Schornsteinnest Paul + Pauline mit den Jungstörchen Lena + Luca, sowie die Familie vom Spänebunker Felix + Feline mit ihrem Nachwuchs komplett ist.
Die Jungen Lena + Luca sind über Nacht natürlich auf dem Schornsteinnest.
Ab und an übernachtet auch ein Elterntier mit im Nest. Doch in der Regel verbringen die zwei Altstörche Paul + Pauline die Nacht auf einer der Bahnlaternen, da ja ihr früherer Ausweichhorst, der Spänebunker nun schon das 2. Jahr von der Storchenfamilie Felix + Feline besetzt ist.
Übrigens habe ich die zwei Jungstörchen von Felix + Feline beobachten können, wie sie am 20. Juli um ca. 11:00 Uhr das erste Mal den Spänebunker verlassen haben.
Da sich zu diesem Zeitpunkt auch die Jungstörche Lena + Luca zum Ausflug entschlossen hatten und dann auch noch die vier Altstörche starteten, war was los am Waberner Himmel.
Es flogen 8 Störche kreuz und quer, bis sie sich endlich sortiert hatten und jeder wieder unbeschadet auf „seinem Nest“ gelandet ist.

...runter vom Gas, tieffliegende Störche!!

Wabern ist umrahmt mit Straßen, auf denen oft viel zu schnell gefahren wird!

 

Wir Autofahrer sollten mehr Rücksicht nehmen,

für das Wohl der Menschen und Tiere.

Plakataktion

Tod durch Autokollision

Hilfe und Pflege

Bei Naturbeobachtungen sollte man zuerst auf
die Belange der Umwelt achten und nicht auf
den eigenen Egoismus.