Storchenjahr 2015

                Abschluss der Storchensaison 2015                                    + September 2015!!                            

  11 Tage nach Aufbruch in den Süden, Rückmeldung von diesjährigem Jungstorch Marina!!

21. September 2015

Am 18. Juni gehörten die vier Jungstörche von dem Storchenpaar Friedrich + Feline zu den Kandidaten, die ihre ELSA Ringe angelegt bekamen und sich dann am 23. August auf die lange Reise in den Süden begaben.

 

Am 28. August schrieb ich noch, dass wir vielleicht mit etwas Glück irgendwann einmal, eine Rückmeldung von unseren diesjährigen Jungstörchen erhalten würden.

Doch dass so schnell eine Meldung eingehen würde, damit hatte ich nicht gerechnet.

Die Vogelwarte Helgoland teilte mir mit, dass nur elf Tage nach Aufbruch der Jungstörche Marina, Martha, Marcello + Mica vom Riedinger Horst, einer der vier Jungstörche abgelesen werden konnte.

 

Am 03. September gelang erstmals eine Ablesung von dem diesjährigen Jungstorch Marina mit der Ringnummer DEW 4T 210 in Frasne (FR 62) Doubs / Frankreich - 526 km von seiner Geburtsstätte Wabern entfernt.

Jungstorch Marina  mit der Ringnummer DEW 4T 210
Jungstorch Marina mit der Ringnummer DEW 4T 210

Abschluss der Storchensaison 2015!!

12. September 2015

Nun ist es schon wieder so weit, das Storchenjahr 2015 neigt sich dem Ende zu.

Bis auf ein paar Nachzügler, sind die meisten Jungstörche in den Süden aufgebrochen.

Obwohl es bei der Aufzucht der Waberner Jungen immer wieder Veränderungen gab, z.B. als das Brutpaar Jule + George vom Ederhorst, im Mai ihren kompletten Nachwuchs verlor, oder als im Juni die vier Jungstörche vom Blecherhorst, von der Brutstörchin Jule aufs schlimmste attackiert wurden, können wir doch noch auf ein recht gutes Storchenjahr zurückblicken.

 

8 Jungstörche aus drei Nestern wurden flügge!

Nun haben auch die Altstörche mit dem Zug in ihr Winterquartier begonnen.

So hat das leere Nest auf dem Riedinger Horst meine Vermutung vom Montagabend bestätigt: das Storchenpaar Friedrich + Feline hat die große Reise in ihr Überwinterungsquartier angetreten.
Nur unsere zwei Storchenpaare Paul + Pauline, sowie Jule + George,
halten wie auch viele Jahre zuvor, ihren Nestern in Wabern nach wie vor die Treue.

Storchenhorst I - Ederauen

Das überwinternde Storchenpaar Jule + George von der Eder nutzte auch in diesem Jahr die Gunst der Stunde und begannen als erstes mit dem Brutgeschäft.
Am 24. März +/-  hatten sie mit der Eiablage begonnen und am 27. April konnte ich das erste Mal beobachten, wie sich der erste Nachwuchs im Nest an der Eder regte.
Somit lagen die frischgebackenen Storcheneltern Jule + George mit einer Brutzeit von ca. 35 Tage gut im Trend.

Doch leider hat es keines der neuen Erdenbürger geschafft.

Das Brutpärchen von der Eder verlor, wie auch im Jahr 2010 seinen kompletten Nachwuchs.

Damals wie heute kann man über die Ursache des Verlustes der Brut nur spekulieren. Krankheiten, Störungen, Witterungseinflüsse und Vergiftungen können die Ursache sein.

Man konnte sie direkt nach dem Verlust ihres Nachwuchses nur selten auf dem Ederhorst beobachten. Sie hielten sich fast nur noch nachts in ihrem Zuhause an der Eder auf.

Dafür wurden die Storchenbesuche auf unserem Schornsteinnest von Tag zu Tag mehr.

Vermutlich weil sie auf dem Schornstein näher an den beiden anderen Storchenfamilien waren, oder war es vielleicht nur Zeitvertreib?

Ob es sich hierbei nur um einen Zeitvertreib handelte, war nicht sicher, denn sie wären nicht das erste Storchenpaar, welches ihren Neststandort, wegen eines Totalverlustes der Brut, wechselt.   

Das Storchenpaar Jule + George hielt sich nun fast jeden Tag und ungewöhnlich lange auf unserem Schreinereischornstein auf.
Sie klapperten, imponierten, machten Liebe 
und versuchten immer wieder die beiden anderen Brutpaare zu stören.

 

So auch am 10. Juni.  Die Ederstörchin Jule nutzte die Abwesenheit der Brutstörche  Paul + Pauline vom Spänebunker und attackierte ihre vier Jungstörche aufs schlimmste.
Dieses Verhalten passiert bei Weißstörchen nach einem Totalverlust ihrer Brut immer wieder einmal und kann bei schlimmen Angriffen auf Jungstörche auch tödlich enden.


Drei der vier Jungstörche konnten geborgen werden und wurden in der Pflegestation in
Niedermöllrich gesund gepflegt.

Der vierte Jungstorch Krümel Hartmut hatte nur ein paar Blessuren davon getragen und blieb im Nest auf dem Spänebunker.

Nachdem sich nun die drei Jungstörche Doris, Mizo + Claus jeden Tag mehr von ihren Verletzungen erholten, bezogen sie ihr neues Zuhause auf dem Auswilderungshorst in der Pflegestation Niedermöllrich.
Seitdem konnte man auch die beiden Ederstörche Jule + George
in Niedermöllrich beobachten. Auf einer Sirene, nicht weit vom Auswilderungshorst entfernt, hatten die beiden Altstörche die drei Jungstörche besser im Blick.
Anscheinend suchte das Paar von der Eder nun die Nähe der Jungstörche.

Dann geschah etwas, was keiner vermutet hatte.
Die Störchin Jule von der Eder, die zuvor die drei Jungstörche auf dem Spänebunker so schwer verletzt hatte, übernahm nun zusammen mit ihrem Partner George, die Elternpflichten von den Storcheneltern Paul + Pauline (Spänebunker), welche ihre drei Jungen seit der Bergung nicht mehr aufnahmen.  

  
Und so haben die drei Jungstörche Doris, Mizo + Claus die restliche Zeit, bis zu ihrem Aufbruch in den Süden, mit ihren Pflegeeltern Jule + George von der Eder verbracht!     

 

Storchenhorst II - Spänebunker Blecher

Das zweite Storchenpärchen Paul + Pauline zog nicht in den Süden, denn auch sie verbrachten die Wintermonate erneut in ihrem Brutgebiet Wabern.
Obwohl sie sich im Winter 2014/15 die meiste Zeit auf ihrem ehemaligen Brutnest, unserem Schreinereischornstein aufhielten, zog es die Beiden zum Brüten dann doch wieder auf den Spänebunker.

Das überwinternde Storchenpaar Paul + Pauline ließ sich mit der Eiablage nur zwei Tage länger Zeit, denn ab dem 26. März wurde auch auf dem Spänebunker kontinuierlich gebrütet.
Am 27. April deuteten dann alle Anzeichen darauf hin, dass wir den ersten Nachwuchs bei den Storcheneltern Paul + Pauline im Nest auf dem Spänebunker begrüßen konnten.
Es ist
bereits ihre sechste Brut und so konnten sie in diesem Jahr das erste Mal mit vier Jungstörchen aufwarten.

Der Storchennachwuchs wuchs heran und präsentierte sich kräftig und agil seinen Storcheneltern Paul + Pauline, sowie allen Beobachtern.
Die Jungenaufzucht verlief gut und die vier Minis wurden von ihren Storcheneltern liebevoll umsorgt.

Bis zum 10. Juni war bei der Storchenfamilie vom Spänebunker die Welt noch in Ordnung.

Doch dies sollte sich an diesem Tag schlagartig ändern, denn als sich die beiden Elternstörche Paul + Pauline  gleichzeitig vom Nest entfernten, um auf Nahrungssuche zu gehen, nahm das Unheil seinen Lauf.

Brutstörchin Jule greift Jungstörche an!! 11.06.2015

In dieser Zeit griff die Störchin Jule vom Ederhorst, welche in diesem Jahr ihren kompletten Nachwuchs verloren hatte, die vier Jungstörche im Nest auf dem Spänebunker aufs heftigste an.

Erst als die Storchemama Pauline von der Nahrungssuche zurückkam, verließ die blutverschmierte Angreiferin das Nest auf dem Spänebunker.

Drei schwerverletzte Jungvögel Doris, Claus + Mizo wurden geborgen und in der Pflegestation in Niedermöllrich wieder gesund gepflegt.

Nun hatten sie ihr Zuhause nicht mehr auf dem Spänebunker in Wabern, sondern auf dem neuen Auswilderungshorst in der Pflegestation Niedermöllrich.
Der vierte Jungstorch Hartmut Krümel blieb im Nest auf dem Spänebunker, bei seinen Storcheneltern Paul + Pauline.
Nach diesem schlimmen Vorfall kümmerten sich d
ie beiden Storcheneltern noch intensiver um ihr „Einzelkind“ Krümel Hartmut und ließen ihr Nest lange Zeit danach nicht mehr unbeaufsichtigt.

Inzwischen war Krümel Hartmut zu einer stattlichen Größe herangewachsen und machte am 26. Juni seinen Jungfernflug. Nach 63 Tagen +/- verließ er zusammen mit seinem Storchenpapa Paul, erstmals seine Kinderstube.

 

Auch seine drei Geschwister Doris, Claus + Mizo vom Storchenhorst in der Pflegestation, hatten mittlerweile nach und nach ihre ersten Flüge erfolgreich hinter sich gebracht.

Am 2. August haben dann die vier Storchenkinder von Paul + Pauline ihr Brutgebiet verlassen.

Höchstwahrscheinlich hat sich der Jungstorch Krümel Hartmut vom Spänebunker zusammen mit seinen drei Geschwistern von der Pflegestation auf die lange, gefahrenvolle Reise in den Süden aufgemacht.

Vielleicht ist es ja irgendwann einmal möglich, dass einer der vier Jungstörche in die Nähe seiner Geburtsstätte zurückkehrt.

Da die drei Jungstörche Claus, Doris + Mizo in der Pflegestation beringt wurden, können wir sie vielleicht in Zukunft einmal an ihren Ringen wiedererkennen, oder mit etwas Glück eine Rückmeldung über ihren Aufenthaltsort erhalten.
Bei dem Jungstorch Krümel Hartmut werden wir es leider nicht erfahren, da er nicht beringt wurde.

Storchenhorst IV – Riedinger

Auf dem Riedinger Horst kehrte am 05.März wieder Storchenleben ein, denn das unberingte Storchenmännchen Friedrich war eingetroffen.

Doch musste er sich in Geduld üben, denn seine Herzdame Feline (unberingt)  flog erst über einen Monat später, am 09.April ein.

Nachdem das Storchenpärchen sofort ihren ehelichen Pflichten nachgegangen war, begannen sie am 18. April mit der Brut.

Pünktlich zum errechneten Termin, nämlich ab dem 19.Mai schlüpften die ersten Jungen auf dem Nest von Friedrich + Feline.
Auch auf diesem Horst konnten die letzten drei Jahre überboten werden, denn zum ersten Mal überlebten vier Jungstörche.


Am 18.Juni bekamen die vier Jungen nicht nur ihre Elsa Ringe angelegt, sie bekamen auch ihre Namen. Martha, Marina, Mirca + Marcello.  
Durch die Nummern auf ihren Ringen können die Weißstörche so ihr ganzes Leben dem Brutnest zugeordnet werden und mit etwas Glück können sie von aufmerksamen Beobachtern abgelesen werden.

So wie die Störche Luna + Leo, die schon im ersten Lebensjahr wieder an ihren Geburtsort zurückgekehrt sind.

Luna + Leo waren am 14.06.2014 zwei der drei Jungstörche, die im Nest auf dem Riedinger Horst beringt wurden.
Nachdem der Jungstorch Luna DEW 8X624, bereits am 29.09.14 und am 21.12.14 in Spanien abgelesen werden konnte, wurde am 18.05.15 auch der zweite der drei  Geschwister, Jungstorch Leo DEW 8X623 in seinem Geburtsort Wabern abgelesen.

Storch Leo mit der Ringnummer DEW 8X623 auf unserem Ausweichnest.
Storch Leo mit der Ringnummer DEW 8X623 auf unserem Ausweichnest.

Auch vom Jungstorch Heinrich gab es mehrere Rückmeldungen.
Heinrich trägt die Ringnummer DEW 0X632 und wurde am 22.06.2013 zusammen mit einem weiteren Jungstorch Wilma (starb durch einen Unfall am 30.06.13) beringt.
Schon am 24.08.2013 konnte Heinrich in Rülzheim Narrenburg, sowie am 27.09.2013 in Spanien abgelesen werden.
In diesem Frühjahr wurde er nun auch auf den Harler Wiesen, in der Nähe seines
Geburtsortes Wabern beobachtet, bevor er dann am 22.05.2015 am Ortrand von Bad Wünneberg gesichtet wurde.
Am 25.07.2015 konnte Heinrich dann von
Dr. Eckehard Flotho in Hofgeismar abgelesen werden.

Also nur ca. 60 km von dem letzten Sichtungsort  Bad Wünneberg entfernt.  

Die diesjährigen Jungstörche Martha, Marina, Mirca + Marcello absolvierten ihre ersten Flüge erfolgreich ab dem 27. Juli und verließen ihre Eltern Friedrich + Feline am 23. August, um ihre große Reise anzutreten.


Nach ein paar kinderlosen Tagen auf ihrem Nest verließen dann auch die zwei Elternstörche Friedrich + Feline, am 07. September ihren Horst in Wabern, um in ihr Winterquartier zu ziehen. 

Storchenhorst III – Schreinereischornstein Mose

Nachdem sich das Brutpärchen Paul + Pauline die vergangenen Wintermonate auf unserem Schreinereischornstein, ihrem ehemaligen Bruthorst aufhielt, wechselten sie zur Brutsaison 2015 wieder den Storchenhorst und zogen auf den Spänebunker.


Wie die Jahre zuvor, verteidigten sie aber das Nest auf unserem Schornstein, so wie ihr Brutnest.
Denn immer wieder herrschte Großalarm über dem Schornsteinnest.
Sowie sich ein neu angekommender Storch oder ein Storchenpärchen für das Schornsteinnest interessierte, konnte man das Brutpärchen Paul + Pauline dabei beobachten, wie rigoros sie gegen Neuansiedlungsversuche auf dem Schreinereischornstein vorgingen.

Besonders das Storchenmännchen Paul hat ein weites Verständnis von seinem Revier.

Um seine Besitzansprüche zu untermalen flog er mehrmals von seinem Brutnest Spänebunker, zum Schornsteinnest und wieder zurück.

Und schaffte es tatsächlich einmal ein Storchenpärchen, sich unser Schornsteinnest anzueignen, endete ihr Aufenthalt damit, dass die früheren Nestbesitzer Paul + Pauline, sie trotz ihrer Brut auf dem Spänebunker, mit „Pauken und Trompeten“ vom Nest vertrieb.

Nachdem ihre vier Jungstörche Krümel Hartmut, Claus, Doris + Mizo, sowie die sechsköpfige Storchenfamilie vom Riedinger Horst, Wabern verlassen haben, verbringt das Storchenpaar Paul + Pauline die Nächte wieder in ihrem früheren Brutnest, dem Nest auf unserem Schreinereischornstein.
Wie auch die Jahre zuvor können sie sich am Tag nicht so recht entscheiden in welchem Nest sie sein wollen.

Mal halten sie sich auf ihrem Brutnest Spänebunker, mal auf ihrem ehemaligen Brutnest Schreinereischornstein auf.

Storchenpärchen Paul + Pauline übernachten wieder auf dem Schornsteinnest.
Storchenpärchen Paul + Pauline übernachten wieder auf dem Schornsteinnest.


Es war wieder wunderbar, dass wir über ein halbes Jahr das Familienleben der Weißstörche verfolgen durften.

Die beiden Brutpärchen Jule + George von der Eder, sowie Paul + Pauline vom Spänebunker (Schreinereischornstein), werden wohl ihre Reise ins südliche Winterquartier erneut nicht antreten.
So können wir darauf hoffen, dass unsere ziehenden, gefiederten Freunde einen guten Flug haben und dass sie nächstes Jahr wieder heil aus ihrem Winterquartier zurückkommen werden.


Wir wünschen allen ziehenden und bleibenden Störchen, dass sie gesund bleiben.

                 Spätestens im Frühjahr 2016, wenn es wieder heißt:

  Die Störche sind da!!    

...runter vom Gas, tieffliegende Störche!!

Wabern ist umrahmt mit Straßen, auf denen oft viel zu schnell gefahren wird!

 

Wir Autofahrer sollten mehr Rücksicht nehmen,

für das Wohl der Menschen und Tiere.

Plakataktion

Tod durch Autokollision

Hilfe und Pflege

Bei Naturbeobachtungen sollte man zuerst auf
die Belange der Umwelt achten und nicht auf
den eigenen Egoismus.