Aktuelles Storchenjahr 2018

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Tagebuch September

Horstbelegung 2018

Bis auf fünf Überwinterer befinden sich alle Waberner Jung- und Altstörche auf ihren Zug in den Süden!

Storchensaison 2018!

Es kann Bilanz gezogen werden!!

Wieder aus dem Urlaub zurück, ist auch die Storchensaison 2018 der Waberner Störche so gut wie vorbei. Auch wenn sich die bisher erfassten Daten noch geringfügig ändern könnten, kann eine vorläufige Bilanz gezogen werden.
Nach meiner letzten Meldung vom 17. August haben sich nun auch die zwei letzten Jungstörche auf ihren ersten Zug ins Winterquartier begeben. 
Wie schon erwähnt wurden beim Abzug der Jungstörche in diesem Jahr kaum Ansammlungen von durchziehenden Storchentrupps beobachtet.
Nach und nach haben sie uns verlassen. Ungewöhnlich für die Waberner Jungstörche, denn in den vergangenen Jahren sind sie immer zusammen geflogen.
Gründe dafür könnten sein, dass die Jungstörche die sehr langanhaltende Hochdruckwetterlage für den geeigneten Aufbruch in den Süden hielten. Die langen Trocken- und Hitzeperioden haben vielleicht eine Rolle gespielt, denn auf den überaus trockenen Wiesen und Feldern war für die Jungen nicht genug Nahrung zu finden.

Mittlerweile haben auch fast alle Altstörche ihre Waberner Brutnester verlassen.
Darunter befindet sich auch unser Brutpaar Paco + Marie vom Schreinereischornstein!
Zwei bis drei Wochen früher, als im vergangenen Jahr sind sie in ihr Winterquartier gezogen.
Auch bei ihnen scheint die langanhaltende Trockenheit ein Grund für den früheren Aufbruch gewesen zu sein.

 

Von unseren Waberner Brutstörchen sind fünf Altstörche erneut nicht gezogen.
 
1 Altstorch Storchenhorst I - Ederauen,

  2 Altstörche Storchenhorst III - Spänebunker Blecher,
  1 Altstorch
Storchenhorst IV - Riedinger,
 
1 Altstorch Storchenhorst Niedermöllrich
Sie werden voraussichtlich die Wintermonate wieder in unserer Region verbringen.

 

Ein Storchenjahr mit Höhen und Tiefen!!

Trotz der starken Trockenheit war der Bruterfolg 2018 mit durchschnittlich 2,14 flügge gewordener Jungstörche nicht ganz so schlecht, wie zuerst befürchtet.

 

Mit sieben Brutpaaren waren alle Waberner Storchenhorste in diesem Jahr belegt und es  wurden insgesamt 15 Jungstörche flügge. Darunter waren auch die zwei Aufzuchtstörche von der verunglückten Brutstörchin Jule und ihrem langjährigem Partner George.

 

Unser letztjährige Brutstorch Paco war schon im Februar zurückgekommen - er kam als erster Rückkehrer auf unseren Schreinereischornstein. Insgesamt waren bis Mitte März alle sieben Waberner Storchenhorste mit Brutpaaren besetzt - eins mehr als im vergangenen Jahr.

 

Auch die zahlreichen Nichtbrüter und Durchzügler die in der Waberner Senke beobachtet wurden, dürfen dabei nicht vergessen werden.

 

Hier unsere Brutpaare der Gemeinde Wabern mit den ausgeflogenen Jungstörchen:

Storchenhorst I – Ederauen

Auf dem im Jahr 2002 aufgestellten Horst an der Eder hatte sich in diesem Jahr ein neues Paar eingefunden.
Seit dem totalen Brutverlust von dem Storchenpaar Jule + George im Jahr 2015 war kein Brutpaar mehr auf dem Nest eingezogen.

Neues Storchenpaar an der Eder- Storchenmann Carlos + Partnerin Kira!!   Foto: Ulrike Mose
Neues Storchenpaar an der Eder- Storchenmann Carlos + Partnerin Kira!! Foto: Ulrike Mose

Umso erfreulicher war es, dass der ehemalige Brutstorch Carlos DEH HC 085 aus Fritzlar ( Überwinterer) und seine Partnerin Kira DER AU 468, sich ihr neues Heim auf dem Horst an der Eder ausgesucht hatten.
Das neue Weibchen Kira stammt aus Forst in Baden Württemberg und wurde dort als Nestling im Jahr 2014 beringt.
Das Brutpaar brachte zwei Jungstörche zum Ausfliegen.
Die Brutstörchin Kira trat die Reise in den Süden am 26.08.2018 an, ihr Partner Carlos wird wohl den Winter wieder in unserer Region verbringen! 

 

Storchenhorst II – Spänebunker Blecher

Das Storchenpärchen Paul + Pauline sind schon neun Jahre ein Paar!  Foto: Ulrike Mose
Das Storchenpärchen Paul + Pauline sind schon neun Jahre ein Paar! Foto: Ulrike Mose

Wie auch in den vergangenen Jahren wurde der Spänebunker von unserem ehemaligen Brutpaar Paul unberingt + Pauline DEW 3X353 bewohnt.
Die Störchin wurde im Jahr 2006 in Trebur Oberach /Darmstadt beringt.
Beide Störche sind Überwinterer und pflegen ihre Partnerschaft mittlerweile schon ganze neun Jahre. 
Sie brachten in diesem Jahr vier Jungstörche zum Ausfliegen.
Das Brutpaar Paul + Pauline wird wohl erneut in Wabern überwintern.

 

Storchenhorst III – Schreinereischornstein Mose

Unsere kleine Storchenfamile vom Schornsteinnest - Paco, Marie und Pedro!  Foto: Ulrike Mose
Unsere kleine Storchenfamile vom Schornsteinnest - Paco, Marie und Pedro! Foto: Ulrike Mose

Auf unserem Schornsteinnest zog unser letztjähriger Brutstorch Paco unberingt wieder mit seiner Marie unberingt zusammen.
Sie war schon im vergangenen Jahr an seiner Seite, um eine kleine Familie zu gründen.

Auch in diesem Jahr brachte das Brutpaar einen Jungstorch Pedro zum Ausfliegen.
Es ist nicht ganz auszuschließen, dass Jungstorch Pedro in der 31 KW mit drei weiteren Jungstörchen die große Reise angetreten hat.

 

Das Storchenpaar Paco + Marie ist vermutlich gemeinsam in den Süden gezogen, denn seit dem 02.09.2018 haben sie ihr Brutnest auf unserem Schornstein nicht mehr bewohnt.

 

Storchenhorst IV – Riedinger

Das ehemalige Storchenpaar Jule + George von der Eder nistet sich erneut auf dem Riedinger Horst ein!
Das ehemalige Storchenpaar Jule + George von der Eder nistet sich erneut auf dem Riedinger Horst ein!

Das ehemalige Storchenpaar Jule DEW3X 357 + George P 9050 vom Ederhorst hatte sich auch in diesem Jahr auf dem Riedinger Horst eingenistet.
Schon im vergangenem Jahr war das Paar auf den Horst IV gezogen.
Zehn gemeinsame Jahre waren sie schon miteinander verbandelt.
Leider hat ihnen das Nest auf dem Riedinger Horst kein Glück gebracht.
Am 05.04.2018 wurde die Brutstörchin Jule in einer Garagenzufahrt in unmittelbarer Nähe zu ihrem Brutnest tot aufgefunden.
Warum unsere älteste Waberner Störchin mit einem Hindernis kollidiert war, können wir nur vermuten.
Offenbar ist sie beim Nachhause fliegen verunglückt, den Schnabel voll mit Heu.
Da es an diesem Tag sehr windig war ist nicht auszuschließen, dass sie möglicherweise von einer Windböe erfasst wurde und vor eine Hauswand geflogen ist.
Ob sie evtl. noch mit irgendeinem anderen Hindernis kollidiert ist, kann man nicht mit Gewissheit sagen.
Die Brutstörchin
Jule wurde in Groß Rohrheim / Darmstadt beringt und wäre in diesem Sommer 13 Jahre alt geworden.

Störchin Jule
Störchin Jule

Wie auch in den vergangenen Jahren hatte das Storchenpaar Jule + George,  recht schnell mit der Brut begonnen.
Jedoch wäre das Gelege nach dem Todesfall der Störchin kaputt gegangen - egal wie.
Entweder das Storchenmännchen George wäre seinem Erhaltungstrieb gefolgt und hätte das Nest um Nahrung zu suchen verlassen, dann wären die Eier ausgekühlt.
Oder aber er hätte sie zerstört, spätesten wenn ein neues Storchenweibchen gekommen wäre.
Fünf Eier wurden aus dem Nest genommen und in die Pflegestation nach Niedermöllrich gebracht.
Dort wurden sie in einem Brutkasten ausgebrütet.

weiter siehe: Pflegestation Niedermöllrich

Elf Tage waren vergangen, als das Brutpaar George + Jule auf tragische Weise getrennt wurde.

Storchenmännchen George hat wieder eine neue Partnerin gefunden.  Foto: Krüger Wiegand
Storchenmännchen George mit seiner neuen Partnerin Betty!

Und nur elf Tage hat es gebraucht, als sich am 15.04.2018 dann die neue Storchendame Betty (unberingt) zu unserem ältesten Waberner Brutstorch George ins Nest auf dem Riedinger Horst eingefunden hat.
George wurde in 2004 in Soultz- Haut- Rhin & Territoire de Belfort, Frankreich beringt und ist mittlerweile 14 Jahre alt.

Das neue Paar brachte dann noch drei Jungstörche zum Ausfliegen.
Die Brutstörchin Betty verließ am 28.08.2018 ihr Nest und ist in den Süden geflogen.
Das Storchenmännchen George wird jedoch wieder den Winter in Wabern verbringen.

 

Storchenhorst V – Glockenturm Katholische Kirche

Eine komplett neue Paarkombination gab es ab dem 11. März auf dem Glockenturm der Katholischen Kirche.
Denn die ehemalige vertriebene Störchin Maggy vom Storchenhorst in Niedermöllrich zeigte sich nun notgedrungen mit einem neuen unberingten Storchenmännchen auf dem Turmnest der kath. Kirche.
Jedoch war die „heile Welt“ im Nest auf dem Glockenturm der kath. Kirche leider wieder nur von kurzer Dauer.
Die Brutstörchin Maggy sollte auch in diesem Nest kein Glück haben.
Wie im vergangenen Jahr wurde auch in diesem Jahr aufgrund immer wiederkehrender Storchenkämpfe das Gelege zerstört.
Nach einem sehr heftigen Kampf am 13.04.2018 verließ dann die Brutstörchin Maggy am 14.04.2018 schlussendlich ihren Partner und das Brutnest.

 

Neue Paarkombination auf der kath. Kirche - Störchin Maggy und Storch Namenlos!
Neue Paarkombination auf der kath. Kirche - Störchin Maggy und Storch Noname!

Sind in unserer Gemeinde alle Storchennester besetzt, kann man immer wieder Horstkämpfe beobachten.
Das Nest auf dem Glockenturm der kath. Kirche ist besonders häufig betroffen!
Neu ankommende Fremdstörche und Erstbrüter sind besonders eifrig bis aggressiv auf der Suche nach einem geeigneten Nest.
Leider hat es erneut das Storchenpaar vom Glockenturm der kath. Kirche getroffen.

Zwei neue unberingte Störche waren danach auf das Turmnest eingezogen.
Ob es sich um die Angreifer gehandelt hat, war nicht genau auszumachen.

Bei den neuen Störchen kam es zu keiner Eiablage mehr.
Sie wurden das letzte Mal in der 31. KW auf dem Glockenturm der katholischen Kirche gesichtet.    


Storchenhorst VI – Unshausen Alter Pfuhl

Letztjähriges Storchenpaar ist erneut auf Unshäuser Horst eingezogen!
Letztjähriges Storchenpaar ist erneut auf Unshäuser Horst eingezogen!

Nun hat sich schon zum zweiten Mal ein Storchenpaar, auf dem im Jahre 1996 aufgestellten Storchenhorst IV in Unshausen, eingefunden.
Der beringte Storchenmann DER AU 689 brütete schon im letzten Jahr auf dem Horst in Unshausen.
Am 05.03.2018 war er eingetroffen und nur wenige Tage später zog ein unberingtes Storchenweibchen bei ihm ein.
Das Storchenpaar brachte einen Jungstorch zum Ausfliegen.

Auch die beiden Altstörche haben sich auf den Weg in ihr Winterquartier begeben.

 

Storchenhorst I  – Niedermöllrich

Storchenmännchen Merlin mit Partnerin Romy, welche ich ihr Nest wieder zurückgeholt hat.
Storchenmännchen Merlin mit Partnerin Romy, welche ich ihr Nest wieder zurückgeholt hat.

Hier brütete wieder das Storchenmännchen vom vergangenen Jahr.
Der Storchenmann Merlin DER AN 738 ist ein Überwinterer, er hatte den vergangenen Winter auch auf seinem Nest in Niedermöllrich verbracht.
Jedoch ist die Storchendame eine andere.
Störchin Romy war im Jahr 2016 die erste Brutstörchin auf dem Nest in Niedermöllrich und brütete damals mit ihrem Partner Rudi auf dem Dach der Pflegestation.
In diesem Jahr holte sie sich nun ihr Nest wieder zurück.

Am 18.08.2018 hatte sich die Brutstörchin jedoch eine schwere Beinverletzung zugezogen.

Die Brut war von nun an in Gefahr, denn die Störchin Romy konnte sich durch den Bruch nicht auf die Eier legen.
Nach einer Woche dann, gelang es der Brutstörchin tatsächlich sich wieder auf das Gelege zu setzen.
Und so konnte das Brutpaar Merlin + Romy trotz aller Schwierigkeiten, zwei Jungstörche zum Ausfliegen bringen.

Die behinderte Brutstörchin verließ am 28.08.2018 ihr Nest in Niedermöllrich und ist vielleicht zusammen mit der Brutstörchin Betty vom Horst IV in den Süden gezogen.
Das Storchenmännchen Merlin wird wohl wieder auf seinem Nest in Niedermöllrich überwintern.

 

Pflegestation Niedermöllrich

Wie bereits erwähnt wurden fünf Storcheneier nach dem Tod der Brutstörchin Jule vom Storchenhorst IV – Riedinger, in einem Brutkasten in der Pflegestation Niedermöllrich ausgebrütet.

Davon war ein Küken schon im Ei abgestorben. Ein weiteres Küken schlüpfte, starb aber bedauerlicherweise kurze Zeit später.
Eine Rotlichtlampe sorgte für die Wärme der restlichen Neugeborenen.

Jedoch hat es auch der dritte Jungstorch nicht geschafft, er musste wegen eines Gendefektes leider eingeschläfert werden.

Die verbliebenen zwei Jungen Nick + Nicky entwickelten sich zu unser aller Freude dann zu stattlichen Jungstörchen.
Sie wurden beringt und sind schlussendlich getrennt in den Süden aufgebrochen.

 

Wieviel Störche im nächsten Jahr kommen werden, um in Wabern zu brüten steht noch in den Sternen. Jedoch hat sich die Nahrungssituation in unserer Region durch das extrem trockene Jahr leider noch weiter verschlechtert.

Die langfristige Orientierung muss also darauf gerichtet sein, dass wir die Lebensräume erhalten, verbessern und erweitern und den Tieren das wieder herstellen, was wir ihnen genommen und zerstört haben.
Und so sollte es in unserer Gemeinde auch bei unseren sieben Storchenhorsten bleiben, denn es macht keinen Sinn noch mehr Nester aufzustellen.
Was nützt ihnen ein schönes Heim, wenn es in ihrem Umfeld nicht genug Futter gibt.

 

Weißstörche sind typische Bewohner des extensiv genutzten Feuchtgrünlandes.
Damit sie überleben können, müssen wir ihnen gute Lebensräume zur Verfügung stellen, denn der Bestand richtet sich grundsätzlich nach den verfügbaren Nahrungsquellen.
Wenn also der passende Lebensraum nicht mehr existiert, lässt sich irgendwann auch kein Storch mehr nieder.
Nur dort, wo auch in den Flussniederungen noch regelmäßige Überschwemmungen stattfinden und staunasse Bereiche das ganze Jahr über existieren, finden die Weißstörche genügend Nahrung für sich und ihren Nachwuchs.

Wünschen wir allen ziehenden und bleibenden Störchen, dass sie gesund bleiben und hoffen auf eine gute Wiederkehr.

Spätestens im Frühjahr 2019, wenn es wieder heißt:

Die Störche sind da!!

...runter vom Gas, tieffliegende Störche!!

Wabern ist umrahmt mit Straßen, auf denen oft viel zu schnell gefahren wird!

 

Wir Autofahrer sollten mehr Rücksicht nehmen,

für das Wohl der Menschen und Tiere.

Plakataktion

Tod durch Autokollision

Hilfe und Pflege

Bei Naturbeobachtungen sollte man zuerst auf
die Belange der Umwelt achten und nicht auf
den eigenen Egoismus.